Umfrage bei 18 %
-FDP im Aufwind
In einem Interview bei Maischberger hat Lord Dahrendorf kurz vor der Bundestagswahl 2002 bemerkt, dass eine Partei die wachsen will, entweder dies durch (langfristigen) Subtanzgewinn erreicht, oder es im Hauruckverfahren versucht. Letzteres war sicherlich auch eine Anspielung auf das damalige Projekt 18 der FDP.
Diese Kampagne -inklusive Kanzlerkandidat- sollte der FDP zurück in die Regierung katapultieren. Eben auf die schnelle, vier Jahre nachdem sie das erste Mal seit 1969 auf die Oppositionsbänke verwiesen worden war. Das Ergebnis ist bekannt, die FDP schnitt mit etwas über 7 % überraschend schwach ab. Wir waren enttäucht, aber die meisten meiner Parteifreunde und ich nicht überrascht.
Sieben Jahre ist es nun her und erstmals hat die FDP in einer Umfrage 18 % erreicht. Damit ist noch keine Wahl gewonnen, weil jeder weiss: Stimmungen sind keine Stimmen. Doch ist diese Umfrage das Ergebnis eines sehr langen Weges der FDP, der dem ersten Gedanken Dahrendorfs entspricht. Die FDP ist heute in fast allen Landtagen wieder vertreten, meistens mit sehr guten Ergebnissen. Sie hat es dabei geschafft viele neue und talentierte Gesichter in den Vordergrund zu stellen, die neue und vor allem junge Wähler und Wählerinnen ansprechen. Und sie ist in den vergangenen Jahren immer glaubwürdig in ihrer Art und ihren Positionen geblieben. Sie hat sich außerdem programmtisch erweitert, in dem sie z.B. sich wieder verstärkt als Verteidigerin der Verfassung sieht.
Ich kann dies für meinen Teil nur für den Würzburger Verband wiedergeben. Zwischen 1998 und 2009 ist unglaublich viel passiert. Die Würzburger FDP hat sich professionalisiert und ihren Mitgliederbestand in dieser Zeit fast verdoppelt. 90 Mitglieder waren bei unserer Aufstellung zur Bundestagswahl (zum Vergleich: bei den Grünen waren es etwa 25). Gut 200 kamen zu unserem Neujahrsempfang.
Der Wahlkampf hat noch nicht begonnen, aber die Umfrage zeigt eine: Die Idee der Freiheit war nie so lebendig wie heute.
